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| Moin,
moin! Ihr Museumsführer/Ihre Museumsführerin
begrüßt Sie aufs Herzlichste in Papenburg auf der historischen
von-Velen-Anlage. Erleben Sie "hautnah" während einer Reise
durch die Vergangenheit die Geschichte der Stadt Papenburg und ihrer Menschen.
Besichtigen Sie die liebevoll restaurierten Katen und Häuser, die
einen genauen Einblick in das Leben der Menschen vom 17. Jahrhundert bis
ins 19. Jahrhundert geben. |
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Dietrich von Velen ![]() |
Gründer der Stadt Papenburg Am 17. April 1631 erwarb der Drost Dietrich von Velen
das "Gut" Papenburg. Damit legte er den Grundstein für
die Erschließung der bis dahin menschenfeindlichen emsländischen
Moore. Zu ihrer Entwässerung ließ er Kanäle ziehen.
Gleichzeitig neutzte er diese, um mit einfachen, flachbödigen Schiffen
den abgebauten Torf zu den ostfriesischen Ziegeleien und den Städten
Emden, Bremen
und Hamburg zu transportieren. An die mit Hilfe von Werbebriefen herbeigerufenen
Siedler verteilte er Land. Sie erhielten jeweils eine Plaatze, ein Stück
Moor von ca. 20000 qm (ca. 50 m breit und 400 m lang). Die Siedler waren
für 10 Jahre von jeglicher "Schatzung" frei. Nach dem
Bau eines Siels im Jahr 1639 und seiner späteren Vergrößerung
im Jahre 1769 unter der Freifrau Theresa von Landsberg-Velen war der
Weg frei zur offenen See und zu den Weltstädten wie Rio de Janeiro,
Buenos Aires und New York in Übersee frei. Mutige Seefahrer fuhren
diese und andere Städte mit ihren kleinen in Papenburg gebauten
Schiffen wie Tjalk, Schoner und Brigg an. Aus der unbedeutenden Torfgräberkolonie
wurde eine Stadt mit Welthandel: Papenburg. |
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Plaggenhütte![]() |
Die
ersten Siedler Die ersten Siedler errichteten auf dem Hochmoor einfache, fensterlose Behausungen aus Birkenstämmen, Reisig und Heideplaggen. Die Feuer- und Kochstelle befand sich wegen der großen Brandgefahr in der Mitte der Moorkate. Der beißende Rauch entwich durch das Dach oder durch einen notdürftig aufgebrachten Schornstein aus Holz. |
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Traditionelle
Moor- bzw. Heidekate ![]() |
Um
der ständigen Brandgefahr zu begegnen, wurde später ein feuerfester
Giebel aus Ziegelsteinen aufgemauert. An seiner Innenseite befand sich
zwischen den beiden Fenstern eine mit Steinen ausgelegte offene Feuer-
und Kochstelle. Der Bossem fing den Rauch des Torffeuers auf und leitete
ihn über den Schornstein nach draußen. Die Einrichtung der Heidekaten war äußerst dürftig. In der aus ungehobelten Brettern zusammengezimmerten Schlafbutze bildeten Strohsack und Schaffell das Bettzeug. Ein grob gezimmerter Tisch, Stühle mit Weidengeflecht, ein Regal für das Kochgeschirr, Holzkisten für die Kleidung bildeten die spärliche Inneneinrichtung. Mit einfachen Holzlöffeln wurde aus selbst gefertigten Holztellern gegessen. Mensch, Vieh, Schafe Ziegen, Hühner teilten sich den Wohnraum. Es ist kaum vorstellbar, dass in solch kalten, nassen und engen Unterkünften mehrköpfige Familien oftmals jahrelang hausten. |
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Typisches
Torfgräberhaus![]() |
Nachdem
der Siedler am Kopfende seiner Plaatze den Kanal bis zur Mitte ausgegraben
hatte (der Siedler auf der gegenüberliegenden Kanalseite hatte die
andere Kanalhälfte auszustechen) und das Moor bis auf den Sandboden
abgeräumt war, errichteten die Torfgräber ihre ersten festen,
aus Ziegelstein gemauerten Häuser. Wohnraum und Stallungen für
das Vieh wurden nun voneinander getrennt. Die Zahl der Kinder (8 - 13)
war groß. Manchmal lebten auch noch die Großeltern in der
Familie. Es gab keine Heizung, kein elektrisches Licht und fließendes
Wasser. Nässe, Kälte, Krankheiten, Hunger und Tod waren ständige
Lebensbegleiter der Siedler. "Den ersten sien Dod, den tweden sien
Not und den darden sien Brot!"
Dieses
Haus links stand bis kurz vor seinem Wiederaufbau in der von Velen Anlage
in der Ersten Wiek und wurde dort von der Witwe Poel bis zu ihrem Tod
bewohnt. |
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Harte
Arbeit im Moor![]() |
Mühsam
war die Arbeit der Menschen im Moor. Ihr Handwerkszeug waren "Törfspoaten,
Sticke und Joager". Damit stach man von Mai bis August fast täglich
ein "Dagwark" (Tageswerk) Torf, das waren ungefähr 15000
Torfstücke. Der nasse und schwere Torf wurde auf Kipploren gelegt
und zum Trocknen in den "Slag" gefahren. Später wurde der
Torf mit Hilfe einer "Kreite" auf die Torfschiffe wie "Prahm",
"Schute" oder "Muttschiff" gebracht. Diese treidelten die "Muttschiffer" mit eigener Muskelkraft hochbeladen durch die Kanäle. "Jan treck an!" lautete der Ruf des Steuermannes, der am Schiffsheck mit dem "Trillkeboom" das Schiff durch die Kanäle steuerte, währen "Jan" dieses an einem langen Seil vorwärts zog. (alle Bronzefiguren wurden von dem Papenburger Künstler Uwe Handke gefertigt) |
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Muttschifferhaus
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Im Vordergrund ist
eine "Kreite" zu sehen. |
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Wohnzimmer Muttschifferhaus
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Allmählich hielt der Wohlstand seinen Einzug. Wie auch heute noch fanden viele Papenburger im Schiffbau Arbeit und Einkommen. Schoner, Brigg, Galliot, Tjalk, Prahm, Schuten und Muttschiffe wurden in großer Zahl gebaut. Insgesamt gab es zur Blütezeit des Werftwesens in Papenburg 23 Werftanlagen. |
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Schiffsbau
auf einer Helling![]() |
Papenburg
wurde zu einer Seefahrerstadt. Aus Muttschiffern wurden Hochsee-kapitäne. |
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Haus
eines Klamphauers ![]() |
Klamphauer (Schiffbauer) arbeiteten auf eine der 23 Werftanlagen, die es einmal in Papenburg gab. Heute ist lediglich die Meyer-Werft übriggeblieben. Die allerdings hat Weltruhm erlangt mit dem Bau von riesigen zum Teil über 300 m langen Luxuslinern. |
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Spitzmutte Angela
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| "Moderner"
Torftransport
![]() |
Noch weit bis in die heutige Zeit war Torf das Brennmaterial der Papenburger. Erst mit Verbreitung des Elektroherdes sowie von Öl- und Gasheizung wurde der Torf als Brennmaterial uninteressant. Heute wird er in vielen Papenburger Betrieben zu Blumenerde und Gartendünger verarbeitet.
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Öffnungszeiten
Hauptsaison: 15. April bis 15. Oktober |
täglich von
10:00 bis 17:00 Uhr |
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| Öffnungszeiten
Nebensaison: |
Werktage
im April: Bei schlechtem
Wetter bleibt die Anlage geschlossen! |
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Eintrittspreise: |
Besucher
Museum (ohne Führung): 2,50 € Besucher
mit Führung: 3,00 € |
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| jeweils
mittwochs und sonntags ab 12:00 Uhr bis 18:00 Uhr 8,50 €/Person |
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| Bootsfahrt: | mindestens
6 Personen 2,50 €/Person |
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